Anne zu gast bei…
Remembering the Man in Black
A tribute to Johnny Cash
Das einstige Rockabilly-Rauhbein Johnny Cash war eine der schillerndsten Personen der Country-Musik. Nicht nur durch sein rebellisches Auftreten sondern auch seine einmalige Art als Musiker machte ihn zu einer Rhythm-and-Blues-Ikone. Eine Gruppe Tübinger Musiker um die Gitarristen Rudi Blazer und Philipp Feldtkeller (bekannt als Howard F., musikalischer Kopf und Gitarrist bei Dieter Thomas Kuhn & Band) hatte die Idee mit einem besonderen Projekt an den “Man in Black” zu erinnern.
Der Reiz dieser Show besteht in der Mischung. Einerseits wird Johnny Cash quasi halb-playback zurück auf die Bühne geholt. Andererseits treten diverse Gaststars auf und interpretieren die Songs von Johnny Cash auf eigene Art.
Nach den großen Erfolgen in Tübingen, Lörrach und Stuttgart hat sich die „Cash-Combo“ dazu entschlossen, weitere Konzerte mit Ihren Gastsängern zu geben. Gefeiert wurde das Projekt von der Presse und den Zuschauern daraufhin auf der „Tour 2006“ quer durch die Republik. Die große Nachfrage und der unheimliche Spaß der Künstler und des Publikums während den Shows sind der Anlass für die anstehende „TOUR 2008/2009“
Immer zu spüren ist die tiefste Verneigung aller Beteiligten vor einem der ganz Großen der Musikgeschichte.
Rudie Blazer (Westerngitarre, Pedalsteel) | Philipp Feldtkeller (Westerngitarre) | Benjamin Glass (Schlagzeug) | Joscha Glass (Kontrabass) | Tim Rilke (Baritongitarre) | Norbert Dengler (E-Gitarre) | Fritz Blessing ( Klavier)
Als Gastsänger waren auf der Tour 2008/2009 u.a. mit dabei:
- Anne Haigis – Frl. Wommy Wonder
- Dieter Thomas Kuhn – Spruddy One
- Roland Heinrich – Raquel de Souza
- Roland Heinrich – Raquel de Souza
Wer Johnny Cash liebt, wird begeistert sein!
Ein Mann in Schwarz – „A Tribute to Johnny Cash”
lässt den Country-Star auferstehen
Auf der Bühne des ausverkauften Lustspielhauses herrschte so drangvolle Enge, wie sie das legendäre Grand Ole Opry in Nashville, das Zuhause der amerikanischen Countrymusik, wohl selten erlebt hatte. Schon allein deswegen war die Premiere von “Remembering The Man In Black – A Tribute To Johnny Cash” im Gegensatz zu manch anderem aufgeblasenen, aber dünnen Bühnenspektakel ein Vergnügen – optisch, aber auch musikalisch. Insgesamt 15 Musiker gingen auf Tuchfühlung zum Publikum und schafften die nötige Nähe und Intimität. Und der Stuttgarter Produktion gelang auch das, was kürzlich beim Falco-Tribute so peinlich daneben ging – die Liveband auf der Bühne zu hin und wieder gezeigten Filmprojektionen und zu Johnny Cashs Originalgesang punktgenau spielen zu lassen. Denn hier waren sieben exzellente Solisten am Werk, die die musikalische Welt des verstorbenen Country-Stars temperamentvoll auferstehen ließen.
Wie eine Nummernrevue im Stil der Opry-Radiosendung aufgebaut, wurde das Cash-Werk in allen Facetten interpretiert. Mal streng authentisch, wie zu Beginn mit den Sängern aus der Band selbst, mal ironisch im Rock’n'Roll-Showstil von Roland Heinrich, der “Waiting For The Train” auf deutsch jodelte. Selbst vor Travestie mit Wommy Wonder und Dieter Thomas Kuhn sowie Country-Rap von Bozee, Timxtreme & Tiger Wutz schreckte man nicht zurück.
Aber nur eine vermittelte echtes Gänsehautgefühl und emotionale Tiefe – die Sängerin Anne Haigis mit ihren berührenden Versionen von Cashs düsterem Gebet “Help Me” und der großartigen Ballade “Wayfaring Stranger”, bei der sie in jedem Ton die ganze Tragik des “Man In Black” erfasste.
(Ingeborg Schober)
Die Vergangenheit wird sehr gegenwärtig
Rottweil. Rückblicke können ernüchternd sein. Manchmal aber können sie auch neue Wertigkeiten aufdecken. Beim Ferienzauber war gestern Rückblick angesagt. Beim “Tribute to Johnny Cash” gab es dennoch viel sagende Ausblicke.
Was genau die zahlreichen Besucher im Kraftwerk erwarten würde, wussten nicht einmal die Veranstalter. Nur so viel: Eine üppige Band ist im Spiel, “The Man in Black” selbst wird auf Leinwand zugespielt, in Interviewfetzen, Moderationen und Konzertmitschnitten aus mehreren Jahrzehnten für Augenblicke präsent. Und dann waren da noch einige Namen, die den Rahmen qualitativ abstecken: Dieter Thomas Kuhn – jetzt in Cowboy-Hosen und gut behütet, Michael Gaedt, charmant wie immer und gerne zu einer kleinen Rosengabe bereit, und Anne Haigis, die Künstlerin mit dem größten sängerischen Potenzial gestern Abend und auch in Sachen Johnny Cash mit “Geheime Zeichen” unterwegs, waren die Protagonisten einer eindrücklichen Show.
Genau hier setzt der besondere Reiz der Veranstaltung an: Live-Begleitung zu Dokumentarbildern war vor ein paar Jahren mal wieder ganz “oben” und wurde gestern auch mit aller Konsequenz bis hin zum Bühnenoutfit der Musiker geboten. Musikalisch übrigens sehr versiert und mit viel Liebe zu analogen Effekten. Dass viele Musiker etwas zu Johnny Cash zu sagen haben, seine Songs gerne interpretieren oder seine Texte auf eigene Lebensmuster übertragen, ist ein weiteres. Dass das Ganze auch noch herrlich für eine Show taugt, in der der legendäre Country-Star kritisch-humorvoll hinterfragt wird, war schließlich der Punkt, an dem “A Tribute to Johnny Cash” zu messen ist. Und da muss man dem opulenten Ensemble ein großes Lob aussprechen.
(Bodo Schnekenburger | Quelle: Schwarzwälder Bote vom 17. August 2006)





