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Anne Haigis - Presseartikel
 

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Anne Haigis lässt Hockenheim Kopf stehen

   
 
Eine Bühne, zwei Gitarren, eine atemberaubende Stimme, ein handverlesenes, exklusives Publikum – und unbändige Emotionen. Das sind die Zutaten, aus denen Anfang März die aus dem beschaulichen Neckar-Städtchen Rottweil stammende, über die Spätzle-Metropole inzwischen nach Köln übersiedelte Sängerin Anne Haigis einen wunderbaren Zaubertrank mixte, der im Hockenheimer Kulturzentrum „Pumpwerk“ die Funken sprühen und die Herzen reihenweise höher schlagen ließ.

Die charismatische Röhre feierte ihre größten Massenerfolge in den 1980er Jahren – aber was gilt einer wie ihr die Masse? Sie hat ihren Stil: Unverwechselbar, charakterstark, mit Ecken und Kanten, aber immer mit unfehlbarer Treffsicherheit. Anne Haigis Abende leben von einer bis ins Detail authentischen Show, die auf allen Schnickschnack verzichtet – seit geraumer Zeit gar auf eine eigene Band. Man bekommt die kesse Haigis in Reinform: Hochdosiert, intra-emotional und von unausweichlicher Durchschlagskraft – ein gigantischer Stoff.

An ihrer Seite seit einigen Jahren allein ihr schon zu Band-Zeiten herausragender Gitarrist Jens Filser. Was dieser Mann aus einem saitenbespannten Kasten herausholen kann, das kann seinesgleichen suchen: Fast gewaltsam akzentuierend manchmal, dann in einer sphärischen, kristallklaren Tonsprache dahinklingend, um sofort danach in mikroskopisch fein ziselierte Ornamente zu zerfallen. Der Ausnahmegitarrist ist das perfekte Gegengewicht zur sonst stimmlich vielleicht doch zu gewaltigen Anne Haigis.

Die gesellt sich mit ihren Gitarrenklängen dem jüngeren zu und beeindruckt – natürlich – vor allem durch ihre Stimme: Erdig, rau bisweilen, tief gegründet, bisweilen mit einem dirty Einschlag, dann aber auch wieder fast zerbrechlich fein – in allen Fällen aber immer voll und ganz authentisch und ohne jedes Getue.

So ist auch ihr Programm, das sie mit dem Gänsehaut-Kitzler „Dancing in the Fire“ eröffnete: Geradlinig und dabei niemals langweilig, voll Überraschungen und doch von vertrauter Verlässlichkeit.

Da haucht sie ein zartes „All I wanna do“ in den Saal, steigt mit „Sweet forgiveness“ in ihr bluesigeres letztes Album „Good day for the blues“ ein, bringt den Gassenhauer „Kind der Sterne“, den sie 1987 zusammen mit Wolf Maahn produzierte und zwei Schmuckstücke von ihrem Beitrag zur 1995 in Köln gefeierten Trude-Herr-Gedenkrevue: „Papa“ berührte sehr, „Nacht aus Glas“ ließ beim ein oder anderen gar die Tränen fließen.

Anne Haigis rührte die Herzen an, aber „Raus aus dem Depri – rein in den Depri“ gab es mit ihr trotzdem nicht; dafür sorgten rassige Titel wie „Can’t let go“, oder der Mitmacher „Thing called love“, der – initiiert von zwei just zum Auftritt aus Stuttgart angereisten Ladies – Hockenheim sogar ekstatisch Kopf stehen ließ.

Das feuerte im gesamten zweiten Programmblock Gitarren-Ikone Michael „Kosho“ Koschorreck an, der spontan zu diesem Auftritt zu Anne Haigis und Jens Filser gestoßen war.


Man könnte den grandiosen Abend in vielen Worten weiter loben. Oder man lässt alle Begeisterung in dem Satz des „Stone Cold“-Schlagzeugers Christian „Diddan“ Schwarz wiederklingen, der in der Pause seine Bandkollegen zu Haigis herantelefonierte: „Die sitzen mit zwei Gitarren auf der Bühne und machen ´nen Bass, das reicht für fünf MPEGs“. Mindestens.
 
( Quelle: www.parnass.scram.de )

Anne rockt das Pumpwerk

Haigis zauberte mit ihrer Stimme

HOCKENHEIM. Was für ein Konzert. Wer es versäumt hat, hat etwas verpasst. Nachdenklich, melancholisch und dann wieder Himmel hoch jauchzend, immer mit viel Kraft und das alles mit dieser unverwechselbaren Stimme von Anne Haigis, begleitet erst von Jens Filser (Gitarre) und dann von Kosho, dem Gitarristen der 'Söhne Mannheims'.

Los ging es mit 'Dancing in the fire' und einigen Gedanken in Sachen Liebesleben, wahrlich schon genug Stoff, um einen Abend zu füllen. Haigis ging jedoch weit darüber hinaus und begeisterte mit Liedern wie 'Kind der Sterne', 'Nacht aus Glas', mit dem sie sich dem Tod näherte, und einer Hymne an ihren Vater. Ganz leise, gefühlvoll und doch so eindringlich, das sich niemand entziehen konnte. "Blues halt", so Haigis. "Es geht um Verlassen, Verlieren und Einsamkeit." Doch wenn das so schön klingt, kann das alles gar nicht so schlimm sein. Denn immerhin wurden zeitweise die Sitze verlassen, nur das Tanzen auf den Stühlen im Pumpwerk hat noch nicht ganz geklappt. Es war ein wunderbarer Musik-Abend und zwei Jahre Hockenheim-Pause sind übrigens definitiv zu lang. Nächstes Jahr ist spät genug.

(Quelle: Rhein-Neckar Zeitung - stek)

 
       

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                                                                Update by MaKe-Design  09.03.2010