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Herz und Seele der
Fans berührt
Schwerte. Was für eine Stimme! Was für ein Sound! Was für ein
Abend! Anne Haigis mit ihrer rauchigen, schwarzen Bluesstimme,
begleitet von dem brillanten Gitarristen Jens Filser,
verwandelte die Rohrmeisterei am Samstagabend in einen
Bluesschuppen.
Was an diesem Abend an Gefühlen und Funken zwischen den
exzellenten Musikern hin- und her sprang und schließlich auch
aufs Publikum übergriff, das war große Klasse.
Es muss nicht immer die große Besetzung sein. Anne Haigis
demonstrierte mal wieder, wie weniger manchmal mehr sein kann.
Zusammen mit Jens Filser, der atemberaubende Soli produzierte
und perfekt mit der Haigis sowohl instrumental als auch
gesanglich harmonierte, begeisterte das Duo die über 300
Zuschauer.
„Good day for the blues”, Titel ihrer neuen CD, war auch Titel
ihres Tour-Programms in der 48. Kleinkunstreihe. Doch mit dem
Blues ging es erst in der zweiten Halbzeit so richtig los. Aber
wie. Da heizte die Haigis das Publikum so richtig an: „Are you
ready for a little bit hotter? Ich weiß, ihr habt den Blues”.
Anne Haigis fragte, nein sie beschwor das Publikum - und die
Bluesfans fungierten dann bis zum letzten Ton des hervorragenden
Konzerts als stimmgewaltiger Chor.
Anne Haigis zog alle Register ihrer verwandlungsfähigen Stimme.
Mal melancholisch, mal feinfühlig und zerbrechlich zart, mal
kraftvoll. Mit ihrer rauchgeschwängerten Stimme verlieh sie
jedem Stück einen ganz eigenen Charakter. Man hatte das Gefühl,
sie macht nicht nur Musik, nein, sie lebt Musik.
Das Programm wechselte zwischen feinfühligen Nummern und
kraftvolleren. Gänsehautmomente bescherte Anne Haigis mit dem
Stück „Nacht aus Glas”, das Trude Herr, die 1991 starb, ein Jahr
vor ihrem Tod geschrieben hat und in dem sie den nächtlichen
Kampf gegen den herannahenden Tod lyrisch beschreibt. Ein
gefühlvolles Stück, dem sich Anne Haigis mit sehr viel
Sensibilität zuwandte.
Danach zogen Haigis und Jens Filser mit ihren Bluesnummern das
Tempo wieder an. Sie improvisierten einige Songs derart, dass
sie schon mal auf doppelte Länge gedehnt wurden und bekamen
immer wieder spontanen Zwischenapplaus. Die beiden Musiker
bewiesen, dass sie über das gewisse Etwas verfügen und den
Rhythmus im Blut haben. Sie berühren mit ihrer ehrlichen Musik
die Herzen und die Seelen ihrer Fans.

Virtuoses Gitarrenspiel
von Anika
Eine Überraschung hatte Anne Haigis den Schwertern mitgebracht:
Ein 20-minütiges Vorprogramm bestritt eine
Gitarristin und Sängerin, die Anne Haigis entdeckt hatte. Anika
wusste mit schönen Balladen und virtuosem Gitarrenspiel die
Zuschauer zu begeistern.
Als nach knapp drei Stunden (Zugaben inklusive) ein
hochklassiger Konzert-Abend zu Ende ging, ließ das Duo ein
begeistertes Publikum zurück, das die beeindruckenden Musiker
noch gern deutlich länger gefeiert hätte.
(Christel Radix)
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