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Anne Haigis - Presseartikel
 

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Ein guter Tag für den Blues

   
 

Mit der bekannten Blues-Sängerin Anne Haigis bot die bm.cultura ihrem Publikum im Bergheimer Medio ein echtes Highlight. Die Frau mit der rauchigen Stimme trat im Medio mit ihrem musikalischen Partner Jens Filser auf.

Bergheim - Frisch und frech präsentierte Haigis mit ihrem musikalischen Partner Jens Filser ihr neues Album „Good day for the blues“. Sympathisch witzelte die Wahlkölnerin über Bergheimer Kennzeichen und ihre schwäbische Herkunft. Auch die Verstimmung ihrer Gitarre überspielt sie galant: „Für Rock 'n' Roll wird's wohl reichen.“ Das neue Album bedeutet für Haigis zugleich eine Rückkehr zu ihren musikalischen Wurzeln: „Der Blues war die erste Musik, mit der ich mich wirklich auseinander gesetzt habe. Damals war ich etwa 14 Jahre alt.“

Der Abend in Bergheim war in vielerlei Hinsicht eine Besinnung auf das Wesentliche: Im Schein mehrerer Kerzenleuchter mit ein paar gedämpften Scheinwerfern spielten Haigis und Filser auf zwei Akustikgitarren. Die Lieder von Liebe, Trennung und Einsamkeit rundeten das Ambiente ab. Bei diesem stimmungsvollen Auftritt konnte sich der Zuschauer voll und ganz von Haigis voluminöser und rauchiger Stimme mitreißen lassen.

Der unverwechselbare Sound, den Haigis dabei entfesselte, sorgte für eine besondere Stimmung im Saal: Spannung und Ruhe beherrschten den Raum. Besonders als sie „Nacht aus Glas“ von Trude Herr anstimmte, hing das Publikum an ihren Lippen.

Für Haigis ist jeder Song etwas Besonderes: „Jedes Lied hat eine eigene Geschichte. Manchmal entsteht diese auch erst auf der Bühne. Und auch wenn ich Lieder von anderen Künstlern interpretiere setze ich alles daran, einen eigenen Song daraus zu schaffen.“

Dazu hatte Haigis mit Filser einen exzellenten Gitarristen an ihrer Seite. Mit vielen Raffinessen und unterschiedlichen Techniken, wie zum Beispiel dem Bottleneck, einem Metallstück, dass er über die Saiten seines Instruments gleiten lässt, entlockte er der Gitarre die passenden Töne. Bei dem Lied „Can't Let Go“ bot er ein erstklassiges Solo mit spannenden Variationen des klassischen Blues-Themas. Sein schnelles, treffsicheres Spiel zog die Zuhörer schnell in seinen Bann. Mit großer Leidenschaft bot er Haigis' Stimme so einen zuverlässigen Rückhalt.

(Philipp Remke)

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Reibeisenstimme ohne Kitsch

Anne Haigis und Gitarrist Jens Filser spielten im Medio Rhein Erft

Bergheim - Anne Haigis jauchzt, hechelt, quietscht und miaut. Und sie singt. Mal zeigt sich ihre Stimme brüchig, verletzlich, klagend, dann klingt sie wieder rau. Die Stimme eines Cowboys in einem alten Western, der seine Pferde voranpeitscht.

Im Duo mit dem Gitarristen Jens Filser zeigte Haigis sich als Sängerin mit Nuancen aus mehr als 30 Jahren Erfahrung. Und Filser präsentierte sich in vielen Solopassagen auf den akustischen Gitarren als nicht minder versierter Rock- und Bluesgitarrist. Haigis erinnerte in der Ballade 'Kind der Sterne' an ihre Deutschrockphase in den 1980er Jahren, macht Abstecher in die vergangenen zehn Jahre ihres Schaffens und landet im Heute, beim Album 'Good day for the Blues'. Da ist ihre Stimme richtig schwarz, wie in 'Can't let go'. Da klingt sie nach Südstaatenblues, zumal Gitarrist Filser, der bis dahin auf der zwölfsaitigen Gitarre rockte, hier zum ersten Mal den Bottleneck auspackt und den Saiten seines Instrumentes in einem langen Intro sirrende Klänge entlockt.

Haigis präsentiert sich aber auch rotzig, mit Reibeisenstimme in 'All I wanna do'. Fragt 'Are you ready for making love' ins klatschende Publikum und blödelt dabei über die Eignung der Wochentage fürs 'making love': ja der Freitag, da erwische es dann auch die Bergheimer.

Bei all dem hat sie längst eine intime Atmosphäre im kleinen Saal des Medio geschaffen, mit einfühlsamen Liebesliedern. hat längst ein Lied für die Familie aus der Ahornstraße gesungen, in deren Haus sie einmal eine Tour vorbereitet habe. Hat längst daran erinnert, dass sie in ihrer Musik, mit Leuten wie Eric Burdon oder Melissa Etheridge zu tun hatte oder mit dem Werk der Volkskomödiantin Trude Herr. An die Ulknudel erinnert sie mit einem traurigen Lied, das Trude Herr kurz vor ihrem Tod geschrieben habe, 'Nacht aus Glas', zur romantischen Elton John-Melodie 'Sorry seems to be the hardest word'. Und wenn dann Anne Haigis in ihrem letzten Lied 'One of us' in einen deutschen Text wechselt und ihr Gegenüber auffordert, doch 'Vertrauen' zu haben, davon singt, ihm gar ihr 'Herz' zu geben und ihn noch auffordert 'halt es fest', dann klingt es aus ihrem Mund alles andere als kitschig.
Da jagt es dem ein oder anderen Zuhörer noch beim Hinausgehen Schauer über den Rücken.

(Oliver Tripp)
 

       

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                                                                Update by MaKe-Design  10.01.2009